Selbstbestimmtes Lernen

Wir lehnen die Regelschule und eigentlich jede Art derzeit existierender Schule ab. Wir wollen „unsere“ Kinder nicht dazu zwingen (müssen) in eine Regelschule zu gehen. Deshalb können wir uns gut vorstellen, in einem Land zu leben, in dem das legal ist. In der Gemeinschaft sollen die Kinder die Freiheit haben, selbstbestimmt zu lernen und eine glückliche Kindheit zu leben. Wir wollen ihnen eine stimulierende Umwelt geben und die Freiheit, zu lernen, was ihnen wichtig erscheint. Außerdem wollen wir ihnen die wenigen wirklich wichtigen Dinge beibringen, die unserer Meinung nach jeder Mensch lernen sollte.

 

Was wir an der Regelschule ablehnen

* Schule hält die Menschen davon ab, selbstbestimmt zu lernen was zum jeweiligen Zeitpunkt für sie selbst wichtig ist und was sie interessiert.

* Schule hindert die Menschen daran, sich mit den Themen zu beschäftigen, die ihnen gerade wichtig sind.

* Schule unterdrückt den Drang zu Spielen. Spielen ist ein Teil des Menschseins, ganz besonders für Kinder. Spielen ist wichtig für die Entwicklung von Kindern. Kinder lernen durch spielen.

* Schule zwingt Kinder und Jugendliche mit sehr vielen anderen zusammen sein zu müssen, ohne sich jedoch aussuchen zu dürfen, wer das ist. Wir wollen jedoch die freie Assoziation.

* In der Schule lernt man kaum Inhalte, die man behält: Den allergrößten Teil dessen, was wir in der Schule lernen, vergessen wir entweder sofort (nach der Leistungskontrolle) oder spätestens wenn wir aus der Schule raus sind wieder.

* In der Schule lernt man kaum etwas, das im späteren Leben relevant ist. Alle sollen das Gleiche lernen, obwohl sie so verschiedene Leben haben werden. Lesen und Schreiben und die Grundrechenarten sind für alle Leute später relevant und nützlich. Die meisten der anderen Inhalte aus den bis zu 13 Jahren sind für die meisten Menschen später nicht relevant. Was für den Einen nützlich ist, ist für die Andere überhaupt nicht wichtig.

* Schule macht Menschen staats- bzw. kapitalismuskonform. Man lernt:

– Konkurrenz untereinander

– Höhergestellte (LehrerIn) in ihrer Position nicht zu hinterfragen

– Frustrationstoleranz

– Langeweile auszuhalten

– Über- oder Unterforderung auszuhalten

– Disziplin

– Gehorsam

– keine Kritik zu üben

– keine Skepsis zu entwickeln

– Systeme und Strukturen nicht zu hinterfragen

– Bedürfnisse und spontane Lust zu unterdrücken

– den Glauben an „soziale“ Marktwirtschaft, parlamentarische „Demokratie“, einen behütenden Vaterstaat, Patriotismus, Lohnarbeit, reale Existenz von Menschenrechten etc.

– Fremdbestimmung hinzunehmen

– Intransparenz hinzunehmen

– sinnlose Arbeit zu machen

* Schule dient der Gewöhnung an und Vorbereitung auf das spätere sinnentleerte, ausgebeutete Arbeitsleben und nicht auf ein sinnerfülltes, glückliches Leben

* Menschen werden an den Irrglauben gewöhnt in einer Welt zu leben, in der durch gute Gesetze Humanität, Freiheit und Selbstbestimmung garantiert seien

* hält die Jugendlichen beschäftigt, damit sie keinen „Unfug“ anstellen (Vandalismus, Revolution)

* Schule ist die größte und effizienteste Form der Absicherung / Kontrolle des Staates über die nachwachsenden Generationen (informiert über normabweichendes und evtl. systemgefährdendes Verhalten und Denken der SchülerInnen, was entsprechende individuelle oder strukturelle Interventionen des Staates ermöglicht).

* übernimmt die Aufsicht auf die Kinder, damit die Eltern (Mütter) weiter arbeiten / sich ausbeuten lassen können

* Schule vermittelt den Glauben: Nur wer intelligent ist, ist auch wertvoll.

* Schule bringt den Menschen bei Autorität und Herrschaft anzuerkennen

* Den Großteil des Jahres müssen die Kinder und Jugendlichen viele Stunden in der Schule verbringen, aber auch ein großer Teil des restlichen Tages gilt nur der Schule: Hausaufgaben, Vorbereitung auf Leistungskontrollen und Referate, Nachhilfeunterricht, Angst vor dem nächsten Tag…

* Zwang bestimmte Inhalte zu lernen: Selbst auf der Lohnarbeit kann ich mich vom Inhalt meiner Arbeit abkoppeln und in Gedanken frei sein, in der Schule jedoch geht es gerade darum die Gedanken der Menschen zu kontrollieren.

* Keine Liebe: LehrerInnen bringen SchülerInnen keine Nähe, Wärme oder Liebe entgegen, was doch mit das wichtigste ist, was Menschen, gerade Kinder, brauchen.

* Ohnmacht gegenüber Diskriminierung, Sexismus, Aggressionen, körperlicher Gewalt, Beleidigungen, Erniedrigungen, Demütigungen – von Seiten der LehrerInnen, aber auch anderer SchülerInnen

* Lernzwang: Wann etwas gelernt wird, wird vorgeschrieben.

* Lernzwang: Was gelernt wird, wird vorgeschrieben.

* Lernzwang: Wie etwas gelernt wird, wird vorgeschrieben.

* Lernzwang: Mit wem etwas gelernt wird, wird vorgeschrieben.

* Lernzwang: Von wem etwas beigebracht wird, wird vorgeschrieben.

* Lernzwang: Wo und in welcher Atmosphäre etwas gelernt wird, wird vorgeschrieben.

* Lernzwang: Wie schnell oder langsam etwas gelernt wird, wird vorgeschrieben.

* Zwang lange mit vielen anderen zusammen sein zu müssen: Allein sein ist nicht möglich.

* SchülerInnen werden nach Alter sortiert, Kinder und Jugendliche haben also immer nur mit Menschen gleichen Alters zu tun – und dem Lehrer / der Lehrerin

* Alle Kinder werden gezwungen morgens früh aufzustehen, also auch die, die von sich aus niemals so früh aufstehen würden.

* Allen Kindern wird der gleiche Tagesablauf aufgezwungen. Sport machen, kreativ sein oder ein Nickerchen machen kann ich nur nachmittags oder abends, egal ob das zu meinem Biorhythmus passt oder nicht.

* Den Kindern werden durch den Schultag täglich mehrere Stunden ihres Lebens geraubt. Deswegen versuchen viele Kinder diese geraubten Stunden in der Nacht zu kompensieren. Das hat zur Folge, dass sie an chronischem Schlafmangel leiden, weil sie trotzdem am nächsten Tag wieder früh aufstehen müssen.

* Mit Noten und Schulabschlüssen wird Kindern Angst gemacht. Angst als Motivation lehnen wir prinzipiell ab.

* Schule suggeriert Kindern, dass gute Noten und gute Schulabschlüsse in engem Zusammenhang stehen mit einem selbstbestimmten und freien Leben, einem glücklichen Leben und finanziellem Wohlstand.

* Kindern wird in der Schule das natürliche Lernen (Neugier, Entdeckerdrang, ausprobieren, spielen) abgewöhnt. Kindern ist es angeboren zu lernen, vom Tag ihrer Geburt an lernen sie die ganze Zeit. Auf ihre Art und nicht, wie es in der Schule gelehrt wird. In der Schule aber wird diese natürliche Art zu lernen so lange unterdrückt, bis sie sie vergessen haben.

* In der Schule lernen Kinder nur für Noten, aber nicht, weil die Inhalte sie interessieren. Sie lernen nur für den Lehrer und die Eltern, weil ihnen das Anerkennung bringt. Sie lernen nie aus Eigeninteresse oder aus Neugier. Und sie lernen nicht sinnvoll zu lernen, sondern nur auf eine Art und zwar so, wie es in der Schule passiert, gefördert und gefordert wird. Dadurch werden ihnen Neugier und Entdeckerdrang abgewöhnt. Sie lernen, dass das schulische Lernen die einzige Form ist, etwas zu lernen und dieses lernen sie zu hassen. Als Erwachsene sind sie dann froh, nichts mehr lernen zu müssen (statt sich zu freuen, nun endlich lernen zu können, was sie wollen).

 

Dass es früher (noch) schlimmer war rechtfertigt nicht, dass es weiterhin schlimm sein muss.

 

 

Was wir uns stattdessen vorstellen

* Wir wollen die Kinder in der Gemeinschaft nicht zwingen müssen zur Schule zu gehen. Deswegen denken wir darüber nach, die Gemeinschaft in einem Land zu gründen, in dem es keine Schulpflicht gibt.

* Wir wollen die Kinder in der Gemeinschaft nicht zwingen in die Schule zu gehen. Wenn sie sich freiwillig dafür entscheiden, wollen wir es ihnen aber erlauben.

* Wir wollen den Kindern in der Gemeinschaft Bildungsangebote machen und sie beim Lernen unterstützen, wenn sie das wünschen.

* Wir wollen mit den Kindern gemeinsam leben und ihnen so eine positiv stimulierende Umwelt bieten. Das soll ihnen ermöglichen einen größeren Horizont zu bekommen und sich freier entscheiden zu können, womit sie sich beschäftigen wollen.

* Ein paar grundlegende inhaltliche Dinge müssen sie lernen: Lesen, schreiben, wissen, wo sie Wissen finden oder wie sie danach fragen können. Verhütung, Erste Hilfe, was tun, wenn’s brennt etc.

 

Wir glauben, dass freiheitlich und in positiver und qualitativ stimulierender Umgebung aufwachsende Kinder aus sich heraus alles lernen werden, was für ihr ganz individuelles Leben nützlich und wichtig ist. Die Kinder und das Leben selbst sind die besten Lehrmeister.

Advertisements